Die Burg Eltz

Burg EltzVon Moselkern durchs romantische Eltztal und steile Weinberge
Von Johann Steiner

Schön, einsam, majestätisch und wasserumspült liegt Burg Eltz etwas abseits des Moseltals. Sie ist nie durch Krieg zerstört worden. Ihre 500jährige Baugeschichte vereinigt alle Stile in sich, von der Romantik bis in die Zeit des frühen Barocks.

Die von und zu Eltz sind seit 800 Jahren Eigentümer der Randhausburg, die heute aus acht um einen Hof gebauten Türmen besteht. In den Türmen haben einst bis zu 100 Familienmitglieder in fast ebenso vielen Räumen gelebt.

Ein 70 Meter hoher, von drei Seiten vom Flüsschen Eltz umspülter elliptischer Felskopf dient als Fundament der Burg. 1268 teilen die Brüder Elias, Wilhelm und Theoderich erstmals Burg und Güter. Drei Hauptlinien des Hauses entstehen, die sich nach ihren Wappen nennen: Eltz vom goldenen Löwen, Eltz vom silbernen Löwen und Eltz von den Büffelhörnern. Burg Eltz wird damit zur Ganerbenburg, in der mehrere Linien des Hauses in einer Erben- und Wohngemeinschaft zusammenleben.

1331 lässt Kurfürst Balduin von Trier auf einem der Burg vorgelagerten Felsen die Trutz- oder Baldeneltz bauen. Von dort beschießt er Burg Eltz mit Steinkugeln, wie sie noch heute im Innenhof zu sehen sind. Balduin schneidet die Versorgungswege ab und zwingt die Eltzer 1333 zur Aufgabe. 1336 wird der Eltzer Friede geschlossen. 1354 gibt Kaiser Karl IV. die Burg Eltz Balduin zum Lehen. Die Hochfreien von Eltz werden damit aus freien Reichsrittern zu Lehnensleuten. Die Eltzer Fehde ist die einzige militärische Auseinandersetzung von Bedeutung in der Geschichte der Burg.

Die Besitztümer der von Eltz waren umfangreich. Die Eltzer Höfe zu Koblenz, Trier, Boppard, Würzburg, Mainz oder Eltville weisen auf die Interessen des Hauses hin. 1736 erwirbt die Familie die Herrschaft Vukovar in Ostslawonien (Kroatien). 1717 hatte Prinz Eugen die Türken bis Belgrad zurückgedrängt. In den folgenden Jahrzehnten beginnt die Besiedlung der größtenteils entvölkerten eroberten Gebiete. Vukovar war der bedeutendste Besitz der von Eltz. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Vertreibung und Internierung der Deutschen in Konzentrationslagern durch Tito 1944 ist die Herrschaft Vukovar Hauptwohnsitz der Linie Eltz vom goldenen Löwen. Seit dem Zweiten Weltkrieg wohnen die vom goldenen Löwen im Eltzer Hof zu Eltville am Rhein. Von der Burg Eltz in Vukovar an der Donau ist nach dem Balkankrieg nichts mehr übrig. In der Stadt an der Grenze zwischen Kroatien und Serbien steht kaum noch ein bewohnbares Haus.

Der gegenwärtige Eigentümer der Burg, Graf Jakob von und zu Eltz-Kempenich, genannt Faust von Stromberg, lebt in Eltville, wo seine Familie ein Weingut von Weltruf hat. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts leben Verwalter auf der Burg Eltz.

Die Moselkerner sind lange abhängig gewesen von den Grundherren von Eltz. Aber in schweren Zeiten, wie dem 30jährigen Krieg oder dem Zweiten Weltkrieg hat die Burg ihnen Schutz gewährt. In Moselkern ist ein Merowingerkreuz von 700 gefunden worden. Eine Kopie davon ist in die Kirchenmauer integriert. Der Kirchturm stammt aus dem 12. Jahrhundert. Das alte Rathaus ist 1535 gebaut worden.